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Königin Isabela und die Curry-Wurst oder die Entdeckung Amerikas

– Neue Erkenntnisse oder eine Geschichtsklitterung? –

Ausgangs des 15. Jahrhunderts herrschten in Spanien die sogenannten Katholischen Könige Isabela und Ferdinand, sie hatten die Mauren aus Spanien vertrieben.

Das Lieblingsgericht der Königin Isabela, der Katholischen, war die Curry-Wurst. Allerdings wurde sie immer wieder enttäuscht. Das Curry, eine Gewürzmischung aus Indien, war oft viel zu fad.

Klar, mussten die Gewürze doch zu dieser Zeit von Indien über die Seidenstraße mit Karawanen bis in das südliche Europa, also hier sogar bis nach Sevilla, transportiert werden Die Seidenstraße war ein gefährlicher Weg, große Strecken waren zu überwinden, Überfälle fanden häufig statt, Weg-Maut und Zölle waren zu entrichten. Vermischungen, Streckung der Gewürzmischungen durch die Händler um diese Verluste auszugleichen, waren nicht auszuschließen. Das Ergebnis war dementsprechend von minderer Qualität und enttäuschendem Geschmack.

Christopher Columbus, ein Seefahrer vermutlich aus Genua, versprach Abhilfe. Seine Lösung, Gewürze und andere Waren über den Seeweg von Indien nach Europa zu befördern. Diese Verbindung wäre kürzer und sicherer. Nur, der Seeweg nach Indien war noch nicht entdeckt.

Würde man immer nach Westen segeln, so müsste man in Indien ankommen, so seine Theorie. Die Skepsis war groß, nach dem geltenden Weltbild war die Erde doch eine Scheibe. Die Kritiker behaupteten, am Ende der Scheibe würden die Schiffe herunterfallen.

Aber das selbstbewusste Auftreten dieses Christopher Kolumbus am Hofe und die Hoffnung auf eine richtig scharfe Curry-Wurst veranlassten Königin Isabela die Expedition zu finanzieren. Letztendlich fehlten immer noch ein paar hundert Goldstücke die Kolumbus angeblich aus seiner eigenen Tasche beglich.

Im Jahre 1492 segelte Kolumbus mit 3 Schiffen los. Indien hat er nicht entdeckt, aber Amerika. Reich beladen kehrte er zurück.

Wer war dieser Chistopher Kolumbus wirklich?

Kolumbus, der im spanischsprachigen Raum Colon benannt wurde, war keinesfalls ein Seefahrer aus Genua. Die Genueser Herkunft ist historisch nicht belegt. Nach neueren Erkenntnissen wurde er vielmehr 1451 in Cuba geboren. Ja in Cuba, einem kleinen Dorf im Alentejo in Portugal, als unehelicher Nachkomme des Adelsgeschlechts des Duque von Beja und dessen Geliebter Isabela.

Sein wirklicher Name ist Salvador Fernandes Zarco. Tatsache ist, Colon hat Schriftstücke, Briefe etc., die er seinem Sohn sandte, nie mit Colon unterschrieben sondern immer mit einem Monogramm, das als FSZ entschlüsselt wurde.

Monogramm Zarcos

Ebenfalls die Namen, die er für über 40 Inseln und Orte gab, sprechen für seine portugiesische Herkunft. Wie San Salvador (sein Name), Fernandino (Name seines Vaters), Isabela (zu Ehren der Königin oder eher seiner Mutter?) und natürlich Cuba, sein Geburtsort und natürlich viele weitere.

Salvador Fernandes Zarco war höchstwahrscheinlich ein Geheimagent des Königs von Portugal gewesen. Um seine wahre Nationalität zu verbergen musste er unter anderem auf den Genuss seines geliebten Portweins verzichten, durfte er doch höchstens Wermut oder gar Sherry trinken. Was ihm verständlicherweise sehr schwer fiel.

Salvador Fernandes Zarco’s Aufgabe war es, Isabela die katholische spanische Königin, die Bezwingerin der Mauren, so zu bezirzen, dass sie bereit war, diese Reise zu finanzieren. Der Heißhunger auf eine scharfe Curry-Wurst erwies sich als hilfreich.

Große Vorsicht war im Umgang mit dem Weltbild notwendig. Das Bekanntwerden der Erkenntnisse Zarco’s, dass die Welt eine Kugel sei, hätte unweigerlich zu einem Ketzerprozess geführt. Es war schon verwegen und gefährlich ausgerechnet der katholischen Königin diese Expedition anzudienen.

Zarco wusste von den Berechnungen und Erkenntnissen der griechischen Mathematiker, insbesondere von Aristoteles, dass die Erde eine Kugel ist. Bei der Bestimmung des Erdumfangs hat er sich aber etwas verrechnet, in Wirklichkeit ist der Äquator größer.

Für seine Navigation konnte er auf Erfahrungen und Erkenntnisse Heinrich des Seefahrers zurückgreifen, der auf der Halbinsel in der Nähe von Sagres, der Südspitze Portugals, Anfang des 15. Jahrhunderts eine Seefahrerschule betrieben haben soll.

Heinrich der Seefahrer

Portugiesische Wissenschaftler und Seefahrer wussten, oder vermuteten zumindest, dass zwischen Indien und Europa ein weiterer Kontinent liegen müsste. Allein eine Entdeckungsreise konnten sie aber nicht finanzieren. Stammten die fehlenden Goldstücke wirklich von Kolumbus ober vielmehr vom Portugiesischen König?

Nach der Rückkehr von seiner Entdeckungsreise landete er nicht zuerst in Spanien sondern in Portugal. Salvador Fernandes Zarco berichtet nicht in Sevilla zuerst, sondern er reiste 50 Kilometer Joao II, dem König von Portugal nach. Erst danach segelte er nach Spanien.

Expeditionsschiff, Modell

Gestorben ist der von Legenden umwobene Seefahrer 1506 in Valladolid. Seine Grabstätte befindet sich heutzutage in der Kathedrale von Sevilla. Denkmäler und Statuen stehen in aller Welt.

(Dank dem Museum Colon in Cuba im Alentejo, Portugal.)

Über den Polarkreis nach Kemijärvi

Weiter Richtung Norden. Auf unserem Weg nach Kemijärvi überqueren wir den Polarkreis. Auf dieser geographischen Grenze geht am 21. Juni die Sonne nicht unter.

Polarkreis

An der Nordspitze Europas scheint die Sonne mehr als 2 Monate lang, ohne unterzugehen. Die Mitternachtssonne und die Veränderung der Vegetation haben unser Interesse geweckt. Wälder mit verkrüppelten Nadelbäumen und eher buschartigen Birken, strömende Flüsse, breit wie Seen,  Rentiere vereinzelt oder in kleinen Herden.

Auf dem kleinen Campingplatz am Rande der Stadt und am Ufer des gleichnamigen Sees, Kemijärvi, stellen wir unseren Wohnwagen ab. Nur wenige Camper haben den Weg hierher gefunden.

Mit ca. 8000 Einwohnern ist sie die nördlichste Stadt Finnlands und gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Ostlappland. Holzverarbeitende Industrie und Tourismus sind die Einnahmequellen dieser Stadt. Im Winter locken Motorschlittenfahrten auf den zugefrorenen Gewässern und Skiabfahrten im nahegelegenen Skigebiet Pyhä.

Auf dem Weg in die Stadt beobachten wir im weitläufigen Stadtpark Jugendliche beim Disc-Golf spielen. Ziel dieser uns unbekannten Sportart ist, Frisbee-Scheiben mit möglichst wenig Würfen in die aufgestellten Fangkörbe zu platzieren. Wie beim Golfspiel sind hier größere Distanzen von Korb zu Korb zu überwinden.

Auch die Senioren sind sportlich unterwegs. Mit ihren Rollatoren überholen sie uns mühelos. Diese Mobilitätshilfen sind in diesem ländlichen Raum als Tretroller ausgelegt. Es gibt zahlreiche Varianten.

Die Suche nach einem preiswerten Mittagessen führt uns ins Hotel-Restaurant. Ein Lunch-Büfett, auf finnisch: Lounas, sättigt uns mit seinem vielfältigen Angebot. Der Preis, ca. 12 Euro, ist im Voraus zu entrichten. Suppe, Salate, kalte Vorspeisen und 3 Hauptgerichte machen uns die Auswahl schwer. Auf der großen Speisekarte steht auch Bär, aber diese Spezialität probieren wir nicht.

Beim Einkaufen im nahen Supermarkt wundern wir uns über einheimische Frauen, die an Glückspielautomaten hinter den Kassen ihre Chance suchen. Leider gewinnt auch Finnland meistens der Automat.

Von einem Friseurbesuch sehen wir ab. 45 Euro sind uns nur für einen Haarschnitt etwas zu teuer.

Natürlich bietet auch dieser Campingplatz eine Sauna an. Diesmal nicht im Preis enthalten. Man kann sie für eine bestimmte Zeit mieten. Dafür gehört sie uns allein. Über den Steg kühlen wir uns nackt im See ab.

Keine blaue Flagge für …

Die blaue Flagge wird in über 40 Ländern vergeben und ist eine Auszeichnung für die Qualität des Wassers und des Strandes. Wichtige Standards müssen eingehalten sein. Auch in Spanien ziert dieses Markenzeichen mehrere Strandabschnitte. In der Nähe von Cartagena so z.B. am Meer zwischen Azohia und Isla Plana.

Vergeblich sucht man die blaue Fahne am Playa Morena, einem kleinen Strandabschitt, gelegen zwischen zwei Felsenzügen.

Der kleine Sandstrand macht für den Badegast oberflächlich gesehen einen sauberen und natürlichen Eindruck. Das Wasser scheint sauber und klar. Der Kiesgrund und die Fische sind weithinein deutlich zu zusehen. Algen kommen nicht vor.

Warum keine blaue Flagge bei diesen Vorausetzungen am Playa Morena? Bei eingehender Betrachtung muß man/frau feststellen, daß der Sand öfters mit Hundespuren, klein und groß, zerplügt ist. Obwohl in Spanien ein Gesetz verbietet, daß Hunde und auch andere Tiere an Badestränden mitgenommen oder ausgeführt werden. Zuwiderhandlungen sind sogar mit einer Geldstrafe bewährt. Trotzdem halten sich nur wenige Tierhalter an diese Bestimmungen. Sind die Auflagen nicht bekannt? Nur zwei verblasste Verbotsschilder sind an den Eingängen zu diesem Strand angebracht. Seit neuestem wird auch noch schriftlich die Einhaltung dieses Gesetzes angemahnt. Bekannt oder unbekannt nur wenige halten die Vorschriften für sich und ihre Hunde bindend. Ohne schlechtes Gewissen werden die Hunde ausgeführt, Apportierübungen verlangt und natürlich baden die Hunde im Meer. Das Gesetz besteht zwar, aber niemand setzt es durch. Die örtliche Polizei hat andere vielfältige Aufgaben, als sich um die Einhaltung dieses Gesetzes zum respektvollen Umgang am Strand zu achten. Aber auch andere Verwaltungskräfte sind in der Pflicht.

Wahrscheinlich, dass bei Sand- und Wasserproben auch Hundehaare gefunden würden, weshalb  die Blaue Flagge für diesen Strandabschnitt und wegen des fehlenden Verantworungsbewusstseins des Strandmanagements wohl nicht vergeben werden könnte.

Zum Angeln nach Taivalkoski

Nach den letzten Besichtigungstouren ist wiedermal Ausspannen angesagt. Aber wohlgemerkt nicht Faulenzen. Auf gehts nach Taivalkoski.

Die Gemeinde Taivalkoski liegt nahe der Russischen Grenze und hat im Wappen rote Tannenbäume und eine Baumsäge. Sie ist so gross wie das Saarland, hat rund 4000 Einwohner und eine Wasserfläche von rund 210 km². Der Campingplatz liegt mitten im Wald in einer hügeligen Landschaft und umgeben von zwei Seen. Bei unserer Ankunft wird schnell deutlich, warum sich so viele Menschen mitten im Nirgendwo oder auf schwäbisch „hender Pfui-Deifel“ mit ihren Wohnwägen versammeln. Der Besitz mindestens einer Angelrute scheint Pflicht zu sein und Männer und Frauen fröhnen ihrem Hobby mit viel Hingabe.

Wir haben uns hierher unter der Überschrift: „Der alte Mann und ein Fisch“ auf den Weg gemacht.

Auch hier ist zum Aufwärmen, Entspannen oder wegen der Geselligkeit die Sauna im Preis inbegriffen. Diesmal Männer und Frauen wie üblich getrennt, aber zur gleichen Zeit, sodass wir diesmal beide teilnehmen. In der Umkleide zur Frauensauna ist besonders der Flaschenöffner auffällig, der stammt noch aus der Zeit, in der man Bier noch aus Flaschen trank statt aus Dosen, und besondere Papierunterlagen, damit man nicht auf sein Handtuch sitzen muss.

Am nächsten Tag ist Angeln angesagt. Ein schöner, einsamer Standplatz am Ufer des großen See‘s ist schnell gefunden. Die ersten Würfe mit der Fliegenrute zeigen aber leider: Fliegen mögen die Fische hier nicht so sehr. Aber auf einen kleinen Blinker fallen sie schon herein.

Während des Angelns erkundet Anita mit ihren Stöcken die Umgebung und sucht an Weggabelungen nach Orientierungshilfen für den Rückweg. Wegmarkierungen gibt es nicht und die Route ist 1 Stunde weg und 1 Stunde zurück. Über Stock und Stein, Hügel und Tal, verfolgt von bedrohlich großen und laut brummenden, fliegenden Insekten, die ihren Stachel schon gewetzt haben, kommt sie rechtzeitig zurück. Denn inzwischen hat Wolfgang eine stattliche Forelle im Kescher gelandet.

Taivalkoski

Zubereitet und gegessen wird der Fisch in der Gemeinschaftsküche des Campingplatzes, da es inzwischen in Strömen regnet.

Eine Wetterbesserung ist leider nicht in Sicht, deshalb fahren wir am nächsten Tag weiter in Richtung Polarkreis.

Los reclusos del barranco – Die Gefangenen der Schlucht

Begrüßt wurden wir zwar imParadies, aber seit Adam in den von Eva gereichten Apfel biß, ist nichts mehr so, wie es davor gewesen sein soll.

Unendlich lang ist die Liste der Naturereignisse denen die Überwinterer ausgesetzt waren und noch sein werden. Neulingen werden diese Katastrophen von erfahrenen Campern (alten Hasen) gleich nach der Ankunft übermittelt. Eine zeitliche Zuordnung ist nur in wenigen Fällen möglich. Ansonsten richtet es sich nach dem Gefühl und der Bedeutung für die Erzähler. Unklar ist auch ob der Vortragende darstellen will, was er so alles erlebt hat, oder ob er mit seiner Erzählung den unerfahrenen Neuankömmling verängstigen will. Obwohl nur wenige Umstände bekannt sind, muss man an diese Vorkommnisse einfach glauben, gibt es doch mehrere Personen, die dies selbst erlebt oder zumindest von anderen gehört haben.

Berichtet wird von einem Tsunami, der nach einem Seebeben vor Alicante, enstanden sein soll. Zwei riesige Wellen, sieben Meter hoch, stieben über die Mauer am Strand. Die Mauersteine sollten bis ins Waschhaus mitgerissen worden sein. Dies wurde von einem Camper glaubhaft berichtet, der zu diesem Zeitpunkt mit seinem Wohnmobil in einer der vorderen Reihen stand. Es gab zwar erhebliche Schäden, aber umgerissen wurde das Fahrzeug nicht.

Desweiteren fegte ein Tornado, kommend vom Meer, über die Unterkünfte, Wohnmobile und Wohnwagen, der mutigen oder auch unerfahrenen Meercamper hinweg. In den Berichten über Schaden, den dieser Wirbelsturm verursacht haben soll, gibt es natürlich unterschiedliche Angaben.

Vor längerer Zeit soll ein Wohnwagen nach zweiwöchigem Regen ins Meer abgeschwemmt worden sein. Über das Schicksal, der sich darin angeblich befindenden Frau, ist nichts näheres bekannt. Das ist aber, wie gesagt, schon länger her.

Selbst erlebt haben wir den stärksten Sturm seit dreissig Jahren. Auch da peitschten hohe Wellen die See. Gischt hing in der Luft. Die Bäume bogen sich unter der Wucht des Windes. Von einer Pinie knickte ein großer Ast ab und fiel auf den darunter stehenden Wohnwagen. Auch ein großer Ast eines Olivenbaums hielt der Gewalt nicht stand. Vor- und Küchenzelte wurden umgerissen. So auch das unserer Nachbarn, die auf unsere Warnung hin meinten, an der  Nordseeküste sei man Stürme gewohnt. Das Meer breitete sich aus und stand bis unter unseren Wohnwagen.

Auch heute weht wieder einmal ein Wind der Stärke 8 bft. Dies ist aber noch gut auszuhalten. Um stärkere Winde abzuhalten stellt man einfach, wenn möglich, sein Auto vor das Vorzelt.

Bei all diesen Vorkommnissen kam zum Glück kein Mensch zu Schaden, auch die materiellen Verluste hielten sich in Grenzen. In keinem der Fälle kam eine Warnung von der Campingplatzleitung. Nur die selbst gesuchten Informationen der örtlichen Wettervorhersagen ermöglichen rechtzeitige Vorkehrungen.

Aus all diesen Gründen lassen sich erfahrene, oder vielleicht auch ängstliche Camper in den weiter hinteren Reihen und nicht an den Plätzen am Meer nieder. Allerdings lassen sie es sich nicht nehmen, nach solchen Ereignissen, die möglichen Schäden der Meerfreunde zu begaffen. Und aus sicherer Entfernung darf man sich auf keinen Fall den Anblick der Brecher entgehen lassen.

Die freien Stellplätze mit romantischen Meeresblick werden gerne von Wohnmobilfahrern aufgesucht, die dann nach stürmischer Nacht geschockt und fluchtartig den Campingplatz verlassen.

Unterwegs in Finnisch Karelien

Von Helsinki aus starten wir in Richtung Karelien. Als unseren Standort wählen wir einen Campingplatz am Valkealampl-See in der Nähe der Koliberge. Die bewaldeten Berge von Koli, bekannt durch ihre vielfältige Natur und Kultur, genauso wie durch ihre einzigartige Geologie weckt unsere Neugier. In vorchristlicher Zeit eine Opferstätte, deren mächtige Geister ihren Sitz dort heute noch haben sollen.

Der Blick von diesen Bergen, die sich 253 m über die finnische Seenplatte erheben, bietet eines der reizvollsten Landschaftsbilder im ansonsten recht flachen Finnland. Geformt durch die mächtigen Gletscher der Eiszeit überragen heute die Koliberge die Seenlandschaft. Bei unserem Besuch sind wir von der Landschaft sehr beeindruckt, gilt sie doch als Spiegelbild des finnischen Nationalgefühls schlechthin.

Koli-Berge

Auf unserem Campingplatz geniessen wir die traditionellen Sitten der finnischen Kultur. Täglich werden Saunagänge angeboten. Allerdings getrennt nach Geschlechtern. Im Gegensatz zu unserer Gewohnheit unterhält man sich in der Sauna lautstark. Neueste Nachrichten oder Anekdoten werden ausgetauscht. Den Aufguß macht der, der ihn für nötig hält. Die Pausen dazwischen richten sich nach dem Interesse an der Unterhaltung. Natürlich macht ein solcher Besuch auch durstig und man/frau nimmt deswegen auch gerne eine Flasche Bier mit. Zur Abkühlung badet man im See……..im Badeanzug. Am Ende des Saunaganges verlassen die Frauen die Sauna und danach belegen die Männer die Bänke.

Karelien

„Der Sommer ist recht kurz in Finnland“, erklärte uns ein deutscher Einwanderer, der nach seinem Studium in Helsinki hängen blieb, „wenn wir Glück haben, fällt er auf ein Wochenende.“

Koli

Die blutrünstigen Tiere Skandinaviens halten sich glücklicherweise zurück. Um Moskitos zu füttern sind wir auch nicht hier.

 

Abstecher nach Kuopio

Von Koli aus unternehmen wir einen Abstecher nach Kuopio. Diese Region ist voller Wälder und Seen und das kulturelle Angebot der größten Stadt Ostfinnlands ist sehr umfangreich. Deswegen zählt Kuopio zu den beliebtesten Ausflugszielen der Gegend.

Uns reizt die Markthalle in ihrem eigenwilligen Jugendstil. Reichhaltig ist das Angebot an finnischen Leckerbissen. Eine ganz besondere Spezialität ist Kalakukko, das ist Fisch oder Fleisch eingebacken in Roggenbrot, die es nur hier gibt. Wir probieren die Variante mit Lohi, also mit Lachs, die uns sehr gut schmeckt.

Ein Stand bietet karelisches Lammfleisch an. Obwohl der Metzger gerade schliessen will, wirft er für uns die bereits geputzte Bandsäge noch mal an und sägt uns ein gutes Stück von der Keule ab. Auf dem Wochenmarkt vor der Markthalle kaufen wir das dazugehörige Gemüse. Wir freuen uns auf einen köstlichen Lammbraten karelischer Art.

Spanische Spezialitäten

Nicht in unserer Wohnwagenküche kreirte Speisen, die jedoch in ortstypischen Lokalitäten auf der Speisekarte nicht fehlen. Alle angeführten Gerichte wurden von uns verkostet:

– Medio Cabeza de Cordero asado        halber gegrillter Lammkopf,                             erfreute sich in Saragoza großer Beliebtheit

– Delicies de Cordero          gegrillter Lammhals                                                                        da konnte selbst der Chef nicht nein sagen

– Secretas del Asador       Geheimnisse des Grillmeisters  (wörtlich) Schweinebrustspitzen gegrillt, wer es mag

– Judias Pinta con Orejas             Weisser Bohneneintopf mit Schweinsohren           schmeckt gar nicht so schlecht

– Morzilla asada      Blutwurst(scheiben) gegrillt                                                                      eine Delikatesse

– Churrasco de Tenero                   Spare-Ribs vom Kalb                                                              argentinischer Zuschnitt ?

– Rijones en Salsa de Jerez             Schweinenieren in Sherry-Soße                                  nicht entgehen lassen, unbedingt probieren

– Callos de Asturia       Rindermagen asturische Art                                                              so gut wie im Schwäbischen, ausserdem werden Kutteln auch vom Schaf angeboten

                 

 

 

 

Das pfeifen die Spatzen von den Bäumen

Während unseres Frühstücks im Wohnwagen macht es großen Spaß, dem fliegenden Reinigungsdienst bei der Arbeit zuzuschauen. Türkentauben, Spatzen und ein paar Hausrotschwänzchen teilen sich die Arbeit. Besonders begehrt sind dabei die Plätze, auf denen bis vor kurzem noch andere Zweibeiner, solche ohne Flügel, gelebt haben. Denn das Suchen nach Brosamen oder herabgefallenen Oliven direkt an den Behausungen auf Rädern kann ziemlich gefährlich werden. Oft leben hier auch noch Vierbeiner wie Hunde und Katzen, die ihrem stets vorhandenen Bewegungsdrang und dem andauernden Hungergefühl gerne auch mit Erfolg nachgeben.

Aber es gibt natürlich auch noch andere Erschwernisse beim Sattwerden. Normalerweise teilen sich die Spatzen freundschaftlich das Nahrungsangebot. 20 und mehr Spatzen bevölkern vollkommen friedlich den Fress-(Stell)Platz. Aufruhr entsteht nur dann, wenn ein besonders großes Stück Brot, also eine Scheibe Baguette gefunden wird. Der Entdecker pickt dann nur kurz um zu probieren und dann packt er den Leckerbissen mit dem Schnabel und fliegt weg. Damit kommt er aber nicht richtig hoch und auch nicht weit genug um das Brot allein zu futtern. Die Spatzenschar hat nämlich längst erkannt, daß der Ausreiser teilen muß. Sie fliegen ihm alle hinterher und meist wechselt beim nächsten Bodenkontakt das Futter den Besitzer, der auch nicht teilen will. Er hat jedoch schon keine Zeit mehr zum Fressen sondern muß sofort das Weite suchen. Und das Schauspiel beginnt von neuem. Manchmal, wenn zwei Hungrige gleichzeitig zupacken, wird es auch unfreiwillig geteilt. Dadurch erhöht sich dann die Fluchtmöglichkeit und das allgemeine Interesse läßt nach. Die Suche am Boden geht dann für die, die noch nicht satt sind, weiter.

El Portus

Die Tauben haben das „Hilfe-ich-werde-nicht-satt“-Problem anders gelöst. Sitzen sie alle auf den Pinien gurren sie vereint und lautstark auch schon früh morgens. Wenn aber der große Hunger kommt, wird genau abgezählt. Höchstens 3 Tauben pro Fressplatz. Pickt auch nur eine weitere in der Nähe wird sie konsequent verjagt. Anfangs nur mit Drohgebärden, wie schnelles hinhüpfen, bis hin zum Einsatz des Schnabels als Waffe. Spätestens dann fliegt sie davon und schimpft: „das hab ich auch gleich eingesehen“.

El Portus

Ein beliebter Fressplatz ist unter einem Olivenbaum. Herabgefallene Oliven werden gerne als Nachtisch gefressen. Aber eines Mittags überdeckt ein Teppich den Großteil der Oliven. Tauben und Spatzen stehen am 1. Tag fassungslos am Teppichrand. Am 2. Tag spazieren sie einfach zwischen den Füssen der Camper über den Teppich, vielleicht liegt da auch was leckeres.

Wenn dann alle satt sind am Nachmittag, gibt es ein großes Spatzenpalaver. Schimpfen, auspfeifen und auslachen, die Verständigung untereinander klappt hervorragend. Bis zum gemeinsamen Abflug, der meist durch einen Störenfried, wie Mensch oder Katze die Versammlung beendet.

El Portus

Und am Ende ist das Putzteam, bestehend aus Spatzen, Tauben und Katzen, auch sehr erfolgreich. Sie verhindern gemeinsam die Niederlassung von Mäusen.

El Portus

 

Porvoo lädt zum Bummeln ein

Nur eine Stunde von Helsinki entfernt liegt am gleichnamigen Fluss die mittelalterliche Handelsstadt Porvoo. Die dort ansässigen Schweden, ungefähr ein Drittel der städtischen Einwohner, nennen sie Borga. Sie wurde zu Füssen einer Burg im frühen 14. Jahrhundert gegründet und ist damit die zweitälteste Stadt nach Turku. Die roten Magazine am Fluß sowie die alten Bürger- und Kaufmannshäuser lassen heute noch auf den Reichtum im Mittelalter schliessen.

Im Zentrum der Altstadt trifft man auf das Simolin-Haus, das älteste Kaufhaus Finnlands. Das gelbe Steinhaus wurde 1854 eröffnet und ist heute noch in Betrieb. Neben den Verkaufsräumen befindet sich dort auch ein kleines und preiswertes Restaurant, in dem auch wir uns stärken.

Über schmale kopfsteingepflasterte Gässchen gelangen wir zur Teufelstreppe, deren Felsformationen nach altem Aberglauben vom Teufel selbst, ähnlich einer Treppe, modelliert worden sein soll.

Auf einem Hügel steht das alte Rathaus. Es ist eines der ältesten Rathäuser Finnlands. Es wurde 1764 fertiggestellt, heute dient es als Museum.

Porvoo

Der Königsweg, der von Turku nach Vyborg verlief, führt uns auf die alte Brücke. Von hier aus zeigen sich die Magazine, die alten Lagerhallen am Porvoojoki, der Dom und die malerische Altstadt. Porvoo ist für diese Lagerhallen berühmt. Um ihre Fracht zu löschen und neue Handelsgüter aufzunehmen segelten einst die Schiffe von der Ostsee bis hierher.

Porvoo

In der Nähe unseres Parkplatzes hat ein Künstler Straßenbegrenzungssteine für seine Kunstwerke auserwählt.

Helsinki, zum Glück zweisprachig

Nach kurzer Überfahrt erreichen wir Helsinki. Unser Campingplatz heißt Rastila und liegt am Rande der Stadt. Auch für Feldhasen besitzt er eine gewisse Attraktivität. In der Nähe liegt ein S-Bahn-Anschluß, sodaß wir das Zentrum leicht erkunden können.

Helsinki

Die Tochter der Ostsee, wie Helsinki auch gerne genannt wird, hat besonderes Flair. Das spüren wir sofort. Der Marktplatz ist das Herz der Stadt. Ein buntes Markttreiben beherrscht den Platz das ganze Jahr. Er grenzt direkt an den Südhafen an. Unweit, an der Wasserseite des Eteläranta ist in einem gelbroten Ziegelgebäude die alte Markthalle untergebracht. In ihr werden die Köstlichkeiten Finnlands angeboten: Elch- und Rentierfleisch, Fisch in jeglicher Zubereitung, finnisches Gebäck, Obst und Gemüse. Imbißstände laden zum Genießen ein. Helsinki verkraftet die Vielzahl der Touristen besser als Tallinn, im Trubel der Markthalle und auf dem Marktplatz verlieren sie sich in der Menge.

Am Kai des Südhafens bereiten Imbißstände verschiedenste Fischgerichte zu. Auch wir wollen von diesen Spezialitäten kosten. In Zelten neben den Ständen laden rustikale Tische und Bänke zum Essen ein. Auf der Suche nach freien Plätzen geht plötzlich ein Rauschen durch die Luft. Möwen versuchen auf aggressive Art ihren Anteil vom Essen zu erstreiten. Aber nicht nur am Meer sondern auch am Campingplatz muß man auf Möwen aufpassen. Angelockt vom Geruch des Holzkohlegrills suchen sie sich auch hier ihr Beute.

Ein weiteres Wahrzeichen ist die Domkirche, die auf einem Hügel trohnt. An den  Domplatz grenzt das Regierunspalais und das älteste Steinhaus Helsinkis.

Helsinki

Beim Bahnhof, ein monumentaler Kopfbahnhof von dem man direkt nach Moskau fahren kann, liegt das Restaurant Vltava, das tschechisches Bier und Becherovka anbietet. Trotz der hohen Preise können wir dieser Versuchung nicht widerstehen. Allerdings prosten wir uns nicht wie in Finnland üblich mit Kipis zu, sondern sagen genußvoll Schlürfis.

Die Orientierung in Helsinki ist nicht schwer. Die Beschriftung der Straßenschilder ist zweisprachig, nämlich in für uns unverständlichem Finnisch und ……Schwedisch. So kommt man leicht zurecht.

Helsinki

Neoklassizistische und Jugendstil-Gebäude säumen die Esplanade, die heute eine prächtige Einkaufstraße ist. Beim ersten Versuch einen mobilen Router zu erstehen, werden wir an den R-Kioski verwiesen. Diese R-Kioskis bieten alles was man so braucht: einfache Speisen, Getränke aller Art, natürlich Zigaretten und eine große Auswahl elektrischer und elektronischer Geräte. Auch unseren Wunsch kann er erfüllen. Ab jetzt haben wir überall Zugang zum Internet.