Olav

Auf nach Norwegen

Von Kallsedet fahren wir auf einer unbefestigten Straße, ca. 40 km, über einen unbewachten Grenzübergang nach Norwegen. An der Grenze ändert sich der Straßenbelag, ab hier gibt es wieder eine asphaltierte Straße mit Mittelstreifen. Der norwegische Zoll kümmert sich um diesen Grenzübergang nur hin und wieder.

Unser Ziel an diesem Tag ist Trondheim. Auf einem Campingplatz in der Nähe dieser Stadt stellen wir Auto und Wohnwagen im Regen ab. Morgen geht es mit dem Bus ins Zentrum.

Am nächsten Morgen stellen wir fest, daß wir an der Rezeption keine Euros in Norwegische Kronen tauschen können, und der nächste Geldautomat vor der Abfahrt des Buses nicht mehr erreicht werden kann. In der Hoffnung, dieses Problem dann eben im Bus lösen zu können, steigen wir ein. Aber leider nimmt der Busfahrer keine Euros an und entschuldigt sich, dass wir nicht mit Kreditkarte zahlen können. Trotzdem nimmt er uns mit.

Im Zentrum angekommen, fallen uns amerikanische Oldtimer auf, die auf dem Marktplatz unter der Statue des Wikingerkönigs Olav-Tryggvason zur Schau gestellt werden. Die Besitzer sind entsprechend dem Alter des Fahrzeugs gekleidet. Sie unterhalten sich mit Kollegen und Passanten, während sich die Frauen im nahegelegenen Einkaufszentrum Byhaven amüsieren. Gerne posieren sie in ihrem Pettycoat für ein Foto.

Unweit davon befindet sich die königliche Residenz. Mit ihren 140 Zimmern ist sie der grösste Holzpalast Nordeuropas, der im 18. Jahrhundert erbaut wurde.

Der Nidarosdom, der auf dem Grabe Olav’s erbaut wurde, ist die weltweit nördlichste gotische Kathedrale. Bereits 1070 wurde der Bau begonnen, beendet aber erst um 1300. Der Wikingerkönig Olav gilt als Stadtgründer und weil er ebenfalls das Christentum nach Norwegen gebracht haben soll, wurde er heilig gesprochen.

Zu Mittag essen wir in der alten Fischhalle Ravnkloa. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts werden dort Fische und Meeresfrüchte zum Kauf angeboten. Sie wird heute von nur noch einem Händler betrieben, der in seinem Mittagsrestaurant Fischgerichte auf der Speisekarte hat. Dazu bietet er auch frisch gezapftes Bier an. Das Essen ist schnell ausgewählt und Anita freut sich auf ein grosses Glas Bier. Das Bier schmeckt sehr gut, aber 10 € für eine Halbe ist ein stolzer Preis.

Über die alte Stadtbrücke führt uns der Weg zu den Lagerhäusern. 1681 wurde hier die erste Brücke gebaut. Das alte Wach- und Zollhaus an der Westseite steht noch. Die jetzige Brücke stammt aus dem 19. Jahrhundert.

In der Kaffeebar Dromedar trinken wir noch einen Kaffee. Die Bar ist die führende Kaffeebar Norweges und wurde schon mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. „Jede einzelne Tasse wird mit Liebe zubereitet“, aber die Auswahl fällt schwer.

Vorbei an den alten Lagerhäusern lassen wir uns noch etwas durch die Gassen treiben. Bei der Rückfahrt mit dem Bus sind wir über den Fahrpreis überrascht. Das Ticket kostet über 10 €.

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