Keine blaue Flagge für …

Die blaue Flagge wird in über 40 Ländern vergeben und ist eine Auszeichnung für die Qualität des Wassers und des Strandes. Wichtige Standards müssen eingehalten sein. Auch in Spanien ziert dieses Markenzeichen mehrere Strandabschnitte. In der Nähe von Cartagena so z.B. am Meer zwischen Azohia und Isla Plana.

Vergeblich sucht man die blaue Fahne am Playa Morena, einem kleinen Strandabschitt, gelegen zwischen zwei Felsenzügen.

Der kleine Sandstrand macht für den Badegast oberflächlich gesehen einen sauberen und natürlichen Eindruck. Das Wasser scheint sauber und klar. Der Kiesgrund und die Fische sind weithinein deutlich zu zusehen. Algen kommen nicht vor.

Warum keine blaue Flagge bei diesen Vorausetzungen am Playa Morena? Bei eingehender Betrachtung muß man/frau feststellen, daß der Sand öfters mit Hundespuren, klein und groß, zerplügt ist. Obwohl in Spanien ein Gesetz verbietet, daß Hunde und auch andere Tiere an Badestränden mitgenommen oder ausgeführt werden. Zuwiderhandlungen sind sogar mit einer Geldstrafe bewährt. Trotzdem halten sich nur wenige Tierhalter an diese Bestimmungen. Sind die Auflagen nicht bekannt? Nur zwei verblasste Verbotsschilder sind an den Eingängen zu diesem Strand angebracht. Seit neuestem wird auch noch schriftlich die Einhaltung dieses Gesetzes angemahnt. Bekannt oder unbekannt nur wenige halten die Vorschriften für sich und ihre Hunde bindend. Ohne schlechtes Gewissen werden die Hunde ausgeführt, Apportierübungen verlangt und natürlich baden die Hunde im Meer. Das Gesetz besteht zwar, aber niemand setzt es durch. Die örtliche Polizei hat andere vielfältige Aufgaben, als sich um die Einhaltung dieses Gesetzes zum respektvollen Umgang am Strand zu achten. Aber auch andere Verwaltungskräfte sind in der Pflicht.

Wahrscheinlich, dass bei Sand- und Wasserproben auch Hundehaare gefunden würden, weshalb  die Blaue Flagge für diesen Strandabschnitt und wegen des fehlenden Verantworungsbewusstseins des Strandmanagements wohl nicht vergeben werden könnte.

Los reclusos del barranco – Die Gefangenen der Schlucht

Begrüßt wurden wir zwar imParadies, aber seit Adam in den von Eva gereichten Apfel biß, ist nichts mehr so, wie es davor gewesen sein soll.

Unendlich lang ist die Liste der Naturereignisse denen die Überwinterer ausgesetzt waren und noch sein werden. Neulingen werden diese Katastrophen von erfahrenen Campern (alten Hasen) gleich nach der Ankunft übermittelt. Eine zeitliche Zuordnung ist nur in wenigen Fällen möglich. Ansonsten richtet es sich nach dem Gefühl und der Bedeutung für die Erzähler. Unklar ist auch ob der Vortragende darstellen will, was er so alles erlebt hat, oder ob er mit seiner Erzählung den unerfahrenen Neuankömmling verängstigen will. Obwohl nur wenige Umstände bekannt sind, muss man an diese Vorkommnisse einfach glauben, gibt es doch mehrere Personen, die dies selbst erlebt oder zumindest von anderen gehört haben.

Berichtet wird von einem Tsunami, der nach einem Seebeben vor Alicante, enstanden sein soll. Zwei riesige Wellen, sieben Meter hoch, stieben über die Mauer am Strand. Die Mauersteine sollten bis ins Waschhaus mitgerissen worden sein. Dies wurde von einem Camper glaubhaft berichtet, der zu diesem Zeitpunkt mit seinem Wohnmobil in einer der vorderen Reihen stand. Es gab zwar erhebliche Schäden, aber umgerissen wurde das Fahrzeug nicht.

Desweiteren fegte ein Tornado, kommend vom Meer, über die Unterkünfte, Wohnmobile und Wohnwagen, der mutigen oder auch unerfahrenen Meercamper hinweg. In den Berichten über Schaden, den dieser Wirbelsturm verursacht haben soll, gibt es natürlich unterschiedliche Angaben.

Vor längerer Zeit soll ein Wohnwagen nach zweiwöchigem Regen ins Meer abgeschwemmt worden sein. Über das Schicksal, der sich darin angeblich befindenden Frau, ist nichts näheres bekannt. Das ist aber, wie gesagt, schon länger her.

Selbst erlebt haben wir den stärksten Sturm seit dreissig Jahren. Auch da peitschten hohe Wellen die See. Gischt hing in der Luft. Die Bäume bogen sich unter der Wucht des Windes. Von einer Pinie knickte ein großer Ast ab und fiel auf den darunter stehenden Wohnwagen. Auch ein großer Ast eines Olivenbaums hielt der Gewalt nicht stand. Vor- und Küchenzelte wurden umgerissen. So auch das unserer Nachbarn, die auf unsere Warnung hin meinten, an der  Nordseeküste sei man Stürme gewohnt. Das Meer breitete sich aus und stand bis unter unseren Wohnwagen.

Auch heute weht wieder einmal ein Wind der Stärke 8 bft. Dies ist aber noch gut auszuhalten. Um stärkere Winde abzuhalten stellt man einfach, wenn möglich, sein Auto vor das Vorzelt.

Bei all diesen Vorkommnissen kam zum Glück kein Mensch zu Schaden, auch die materiellen Verluste hielten sich in Grenzen. In keinem der Fälle kam eine Warnung von der Campingplatzleitung. Nur die selbst gesuchten Informationen der örtlichen Wettervorhersagen ermöglichen rechtzeitige Vorkehrungen.

Aus all diesen Gründen lassen sich erfahrene, oder vielleicht auch ängstliche Camper in den weiter hinteren Reihen und nicht an den Plätzen am Meer nieder. Allerdings lassen sie es sich nicht nehmen, nach solchen Ereignissen, die möglichen Schäden der Meerfreunde zu begaffen. Und aus sicherer Entfernung darf man sich auf keinen Fall den Anblick der Brecher entgehen lassen.

Die freien Stellplätze mit romantischen Meeresblick werden gerne von Wohnmobilfahrern aufgesucht, die dann nach stürmischer Nacht geschockt und fluchtartig den Campingplatz verlassen.

Das pfeifen die Spatzen von den Bäumen

Während unseres Frühstücks im Wohnwagen macht es großen Spaß, dem fliegenden Reinigungsdienst bei der Arbeit zuzuschauen. Türkentauben, Spatzen und ein paar Hausrotschwänzchen teilen sich die Arbeit. Besonders begehrt sind dabei die Plätze, auf denen bis vor kurzem noch andere Zweibeiner, solche ohne Flügel, gelebt haben. Denn das Suchen nach Brosamen oder herabgefallenen Oliven direkt an den Behausungen auf Rädern kann ziemlich gefährlich werden. Oft leben hier auch noch Vierbeiner wie Hunde und Katzen, die ihrem stets vorhandenen Bewegungsdrang und dem andauernden Hungergefühl gerne auch mit Erfolg nachgeben.

Aber es gibt natürlich auch noch andere Erschwernisse beim Sattwerden. Normalerweise teilen sich die Spatzen freundschaftlich das Nahrungsangebot. 20 und mehr Spatzen bevölkern vollkommen friedlich den Fress-(Stell)Platz. Aufruhr entsteht nur dann, wenn ein besonders großes Stück Brot, also eine Scheibe Baguette gefunden wird. Der Entdecker pickt dann nur kurz um zu probieren und dann packt er den Leckerbissen mit dem Schnabel und fliegt weg. Damit kommt er aber nicht richtig hoch und auch nicht weit genug um das Brot allein zu futtern. Die Spatzenschar hat nämlich längst erkannt, daß der Ausreiser teilen muß. Sie fliegen ihm alle hinterher und meist wechselt beim nächsten Bodenkontakt das Futter den Besitzer, der auch nicht teilen will. Er hat jedoch schon keine Zeit mehr zum Fressen sondern muß sofort das Weite suchen. Und das Schauspiel beginnt von neuem. Manchmal, wenn zwei Hungrige gleichzeitig zupacken, wird es auch unfreiwillig geteilt. Dadurch erhöht sich dann die Fluchtmöglichkeit und das allgemeine Interesse läßt nach. Die Suche am Boden geht dann für die, die noch nicht satt sind, weiter.

El Portus

Die Tauben haben das „Hilfe-ich-werde-nicht-satt“-Problem anders gelöst. Sitzen sie alle auf den Pinien gurren sie vereint und lautstark auch schon früh morgens. Wenn aber der große Hunger kommt, wird genau abgezählt. Höchstens 3 Tauben pro Fressplatz. Pickt auch nur eine weitere in der Nähe wird sie konsequent verjagt. Anfangs nur mit Drohgebärden, wie schnelles hinhüpfen, bis hin zum Einsatz des Schnabels als Waffe. Spätestens dann fliegt sie davon und schimpft: „das hab ich auch gleich eingesehen“.

El Portus

Ein beliebter Fressplatz ist unter einem Olivenbaum. Herabgefallene Oliven werden gerne als Nachtisch gefressen. Aber eines Mittags überdeckt ein Teppich den Großteil der Oliven. Tauben und Spatzen stehen am 1. Tag fassungslos am Teppichrand. Am 2. Tag spazieren sie einfach zwischen den Füssen der Camper über den Teppich, vielleicht liegt da auch was leckeres.

Wenn dann alle satt sind am Nachmittag, gibt es ein großes Spatzenpalaver. Schimpfen, auspfeifen und auslachen, die Verständigung untereinander klappt hervorragend. Bis zum gemeinsamen Abflug, der meist durch einen Störenfried, wie Mensch oder Katze die Versammlung beendet.

El Portus

Und am Ende ist das Putzteam, bestehend aus Spatzen, Tauben und Katzen, auch sehr erfolgreich. Sie verhindern gemeinsam die Niederlassung von Mäusen.

El Portus