Königin Isabela und die Curry-Wurst oder die Entdeckung Amerikas

– Neue Erkenntnisse oder eine Geschichtsklitterung? –

Ausgangs des 15. Jahrhunderts herrschten in Spanien die sogenannten Katholischen Könige Isabela und Ferdinand, sie hatten die Mauren aus Spanien vertrieben.

Das Lieblingsgericht der Königin Isabela, der Katholischen, war die Curry-Wurst. Allerdings wurde sie immer wieder enttäuscht. Das Curry, eine Gewürzmischung aus Indien, war oft viel zu fad.

Klar, mussten die Gewürze doch zu dieser Zeit von Indien über die Seidenstraße mit Karawanen bis in das südliche Europa, also hier sogar bis nach Sevilla, transportiert werden Die Seidenstraße war ein gefährlicher Weg, große Strecken waren zu überwinden, Überfälle fanden häufig statt, Weg-Maut und Zölle waren zu entrichten. Vermischungen, Streckung der Gewürzmischungen durch die Händler um diese Verluste auszugleichen, waren nicht auszuschließen. Das Ergebnis war dementsprechend von minderer Qualität und enttäuschendem Geschmack.

Christopher Columbus, ein Seefahrer vermutlich aus Genua, versprach Abhilfe. Seine Lösung, Gewürze und andere Waren über den Seeweg von Indien nach Europa zu befördern. Diese Verbindung wäre kürzer und sicherer. Nur, der Seeweg nach Indien war noch nicht entdeckt.

Würde man immer nach Westen segeln, so müsste man in Indien ankommen, so seine Theorie. Die Skepsis war groß, nach dem geltenden Weltbild war die Erde doch eine Scheibe. Die Kritiker behaupteten, am Ende der Scheibe würden die Schiffe herunterfallen.

Aber das selbstbewusste Auftreten dieses Christopher Kolumbus am Hofe und die Hoffnung auf eine richtig scharfe Curry-Wurst veranlassten Königin Isabela die Expedition zu finanzieren. Letztendlich fehlten immer noch ein paar hundert Goldstücke die Kolumbus angeblich aus seiner eigenen Tasche beglich.

Im Jahre 1492 segelte Kolumbus mit 3 Schiffen los. Indien hat er nicht entdeckt, aber Amerika. Reich beladen kehrte er zurück.

Wer war dieser Chistopher Kolumbus wirklich?

Kolumbus, der im spanischsprachigen Raum Colon benannt wurde, war keinesfalls ein Seefahrer aus Genua. Die Genueser Herkunft ist historisch nicht belegt. Nach neueren Erkenntnissen wurde er vielmehr 1451 in Cuba geboren. Ja in Cuba, einem kleinen Dorf im Alentejo in Portugal, als unehelicher Nachkomme des Adelsgeschlechts des Duque von Beja und dessen Geliebter Isabela.

Sein wirklicher Name ist Salvador Fernandes Zarco. Tatsache ist, Colon hat Schriftstücke, Briefe etc., die er seinem Sohn sandte, nie mit Colon unterschrieben sondern immer mit einem Monogramm, das als FSZ entschlüsselt wurde.

Monogramm Zarcos

Ebenfalls die Namen, die er für über 40 Inseln und Orte gab, sprechen für seine portugiesische Herkunft. Wie San Salvador (sein Name), Fernandino (Name seines Vaters), Isabela (zu Ehren der Königin oder eher seiner Mutter?) und natürlich Cuba, sein Geburtsort und natürlich viele weitere.

Salvador Fernandes Zarco war höchstwahrscheinlich ein Geheimagent des Königs von Portugal gewesen. Um seine wahre Nationalität zu verbergen musste er unter anderem auf den Genuss seines geliebten Portweins verzichten, durfte er doch höchstens Wermut oder gar Sherry trinken. Was ihm verständlicherweise sehr schwer fiel.

Salvador Fernandes Zarco’s Aufgabe war es, Isabela die katholische spanische Königin, die Bezwingerin der Mauren, so zu bezirzen, dass sie bereit war, diese Reise zu finanzieren. Der Heißhunger auf eine scharfe Curry-Wurst erwies sich als hilfreich.

Große Vorsicht war im Umgang mit dem Weltbild notwendig. Das Bekanntwerden der Erkenntnisse Zarco’s, dass die Welt eine Kugel sei, hätte unweigerlich zu einem Ketzerprozess geführt. Es war schon verwegen und gefährlich ausgerechnet der katholischen Königin diese Expedition anzudienen.

Zarco wusste von den Berechnungen und Erkenntnissen der griechischen Mathematiker, insbesondere von Aristoteles, dass die Erde eine Kugel ist. Bei der Bestimmung des Erdumfangs hat er sich aber etwas verrechnet, in Wirklichkeit ist der Äquator größer.

Für seine Navigation konnte er auf Erfahrungen und Erkenntnisse Heinrich des Seefahrers zurückgreifen, der auf der Halbinsel in der Nähe von Sagres, der Südspitze Portugals, Anfang des 15. Jahrhunderts eine Seefahrerschule betrieben haben soll.

Heinrich der Seefahrer

Portugiesische Wissenschaftler und Seefahrer wussten, oder vermuteten zumindest, dass zwischen Indien und Europa ein weiterer Kontinent liegen müsste. Allein eine Entdeckungsreise konnten sie aber nicht finanzieren. Stammten die fehlenden Goldstücke wirklich von Kolumbus ober vielmehr vom Portugiesischen König?

Nach der Rückkehr von seiner Entdeckungsreise landete er nicht zuerst in Spanien sondern in Portugal. Salvador Fernandes Zarco berichtet nicht in Sevilla zuerst, sondern er reiste 50 Kilometer Joao II, dem König von Portugal nach. Erst danach segelte er nach Spanien.

Expeditionsschiff, Modell

Gestorben ist der von Legenden umwobene Seefahrer 1506 in Valladolid. Seine Grabstätte befindet sich heutzutage in der Kathedrale von Sevilla. Denkmäler und Statuen stehen in aller Welt.

(Dank dem Museum Colon in Cuba im Alentejo, Portugal.)

Spanische Spezialitäten

Nicht in unserer Wohnwagenküche kreirte Speisen, die jedoch in ortstypischen Lokalitäten auf der Speisekarte nicht fehlen. Alle angeführten Gerichte wurden von uns verkostet:

– Medio Cabeza de Cordero asado        halber gegrillter Lammkopf,                             erfreute sich in Saragoza großer Beliebtheit

– Delicies de Cordero          gegrillter Lammhals                                                                        da konnte selbst der Chef nicht nein sagen

– Secretas del Asador       Geheimnisse des Grillmeisters  (wörtlich) Schweinebrustspitzen gegrillt, wer es mag

– Judias Pinta con Orejas             Weisser Bohneneintopf mit Schweinsohren           schmeckt gar nicht so schlecht

– Morzilla asada      Blutwurst(scheiben) gegrillt                                                                      eine Delikatesse

– Churrasco de Tenero                   Spare-Ribs vom Kalb                                                              argentinischer Zuschnitt ?

– Rijones en Salsa de Jerez             Schweinenieren in Sherry-Soße                                  nicht entgehen lassen, unbedingt probieren

– Callos de Asturia       Rindermagen asturische Art                                                              so gut wie im Schwäbischen, ausserdem werden Kutteln auch vom Schaf angeboten

                 

 

 

 

Die Mär vom Bewachten Parkplatz

Noch immer empfiehlt das Auswärtige Amt Touristen in allen drei Baltischen Staaten ihr Kraftfahrzeug in größeren Städten nur auf einem bewachten Parkplatz abzustellen. Reiseführer schlagen dies auf jeden Fall in Städten mit Seehafen vor. Soweit, so gut. Auch wir nahmen uns diese Empfehlungen zu Herzen.

In jeder Stadt, ob in Klaipeda, Palanga, Kaunas, Vilnius, Riga oder Tallinn, überall suchten wir lange nach einem bewachten Parkplatz. Aber trotz intensivem Suchen, konnten wir in all diesen Städten keine solchen Plätze finden.

Was tun? Sollten wir auf den Einkauf, die Stadtbesichtigung verzichten und zurück zu Campingplatz fahren? Obwohl der, ehrlich gesagt, auch meistens nicht bewacht war.

Zur unserer Sicherheit parkten wir unseren kleinen Volvo immer zwischen einem Porsche und einem großen Mercedes oder zumindest einem Audi, in der Hoffnung, die Wahl der Autodiebe würde nicht auf unser Fahrzeug fallen.

Wie wir feststellen mußten, erfreute  sich gerade unser Gefährt im gesamten Baltikum großer Beliebtheit und war häufig zu sehen. Aber anscheinend waren die meisten über einen ehrbaren Händler bezogen worden und die Versorgung mit Ersatzteilen schien auch auf legalem Wege sichergestellt zu sein.

Wirklich, in allen Großstädten des Baltikums kein einziger bewachter Parkplatz? Was soll dann die Empfehlung des Auswärtigen Amtes und der Reiseführer?

Doch, da in Tallinn, nach dem wir die Einfahrt in eine teure Tiefgarage gerade verschmäht haben, was gibt es da zu sehen? Tatsächlich, ganz dahinten und gut versteckt am Fuße des Domberges, ein bewachter Parkplatz! Und dazu noch sehr preiswert und nahe der Altstadt.

Es gibt ihn also doch (noch). Wer suchet, der findet – allerdings nicht in allen Städten.

Heute kochen wir: Wäsche

Wenn einer eine Reise tut, dann muss er auch mal Wäsche waschen. Bei der Reise durch 10 Länder haben wir 20 unterschiedliche Waschmaschinen befüllt und bedient. Fast jede Maschine hat ein anderes Bedienfeld und ist natürlich in der  jeweiligen Landessprache beschriftet und bei jeder Wäsche besteht das Risiko, dass sie danach untragbar ist.

Nicht nur der Anfall schmutziger Wäsche  entscheidet über den Waschtag, es braucht auch eine einsatzfähige Waschmaschine und den regenfreien Tag, der das Trocknen auf der Leine ermöglicht. Es gibt aber auch noch einige weitere Hindernisse oder Erfahrungen, über die hier berichtet wird.

In Klaipeda steht die private Waschmaschine auch  den Campinggästen zur Verfügung, wenn sie nicht gerade vom Platzbesitzer belegt ist. Als seine Wäsche fertig ist führt er mich in seine Werkstatt, in der die Maschine zwischen der Werkbank und einem Regal mit reparaturbedürftigen Geräten steht. Trotz allem wurde die Wäsche „maifrisch“ und sauber.

Auf dem Camping von Captain Nemo in Jurmala befindet sich die Waschmaschine noch im Winterschlaf und wird für unsere Wäsche geputzt und ein Waschprogramm läuft ohne Wäsche durch.

Eine Blockhütte dient auf dem naturnahen Campingplatz im romantischen Gaujatal als Unterkunft für die Waschmaschine und auf der darin gespannten Leine kann die Wäsche ohne „Regen“-Aufsicht getrocknet werden.

Das Trocknen ist in Vösu trotz einiger kurzer Regenschauer völlig unproblematisch. Der Wind bläst so stark, daß die Wäscheleine gesichert werden muß. Die einzige Sorge bereitet uns der hinter dem Trockenplatz gelegene Entwässerungsgraben. Fliegen Wäschestücke davon, fallen sie vielleicht direkt in den Schlamm.

Ein enger Terminplan ist am nächsten Waschtag, der in Helsinki notwendig wird, einzuhalten. Beim Kauf der Waschmarke müssen wir den Tag und die Uhrzeit  angeben, an dem wir waschen wollen. Glücklicherweise ist nur die gewünschte Uhrzeit um 1 Stunde zu ändern und wir werden ermahnt, das Ende der Waschzeit sicher einzuhalten.

Die Waschküche in Haparanda gibt’s nur komplett: Waschmaschine, Trockner, Bügelbrett etc. steht in einem Raum mit Schlüsselgewalt für 3 Stunden zur vereinbarten Zeit. Der Kosten – Nutzen – Plan sieht vor, dass man 2 x wäscht und 1 x trocknet. Dies kann ich nur dadurch einhalten, dass ich mir den Schlüssel schon am Abend davor hole. So können wir in aller Ruhe die Bedienungsanleitung für den Trockner und die Einstellmöglichkeiten der Waschmaschine mit dem Wörterbuch übersetzen.

Dies ist  in Boviks Havsbad (Schweden) und später auch in Hellesylt (Norwegen) nicht erforderlich, die Waschmaschinen haben nur einen Knopf zum Einschalten ohne weitere Wahlmöglichkeiten.

Bis zur Ankunft auf dem Campingplatz in Aichelberg, also nahe unserer alten Heimat, ist Plan B  (Wäsche tauschen) nicht notwendig. Hier jedoch wird es kritisch. An der Rezeption gibt es morgens keine Waschmarken zu kaufen. Sie sind wohl alle im Umlauf. Erst zur Mittagszeit kommt der Chef und kann gerade mal 3 oder 4 aus der Maschine entnehmen. Deshalb müssen wir abends die immer noch feuchte Wäsche  im Keller unserer Freundin in Kirchheim aufhängen.

Diese Erfahrung hat wahrscheinlich ein holländisches Paar dazu veranlasst, eine Haushaltswäscheschleuder in ihren wirklich kleinen Wohnwagen zu packen. Wir trafen sie in Vilnius und schauen zu wie die Frau T-Shirt, Hemden etc. von Hand wäscht und der Mann die Wäsche ordentlich, schleudergerecht faltet und in die Trommel einlegt. Bügeln ist danach nicht notwendig.

Ach ja, ein Bügeleisen haben wir natürlich dabei. Aber seit wir unterwegs sind hat diese Aufgabe der Wind und eine gewisse Methode des Aufhängens erledigt. Manchmal auch erst die Körperwärme. In dieser Angelegenheit gilt: HAUPTSACHE SAUBER !

Fortsetzung folgt unter der Überschrift: Neues aus dem Waschsalon

 

 

 

Das Tal der Dordogne lädt ein

Nach dem Zusammenfluß der Bäche Dore und Dogne, nahe des Puy de Sancy im  französischen Zentralmassiv, versperren mehrere Staumauern den Lauf der Dordogne. Riesige Stauseen zur Stromgewinnung. Vor Argentat sur Dordogne weitet sich das Tal und die Dordogne fließt nun ruhig dahin. Bis zu ihrer Mündung, gemeinsam mit der Garonne in den Atlantik durchströmt sie die Correze, das Perigord, die Departments Lot, Dordogne und Gironde. Ab Bergerac ist sie schiffbar.

Die Dordogne bietet für jeden etwas:

Für Gourmets und Gourmands saftige Steaks, der auf den Wiesen weidenden Rinder der Correze, nicht nur Gänse- und Enten(stopf-)leber aus dem Perigord sondern auch als Confit d’Oie oder als Braten, im Herbst Walnüsse und die schwarzen Trüffeln im Winter. Weine aus Bergerac und den Anbaugebieten des Lot. Kastanien und Lämmer aus dem Quercy.

Wanderer können die Ruhe des Flußtals genießen. Kanufahrer erfreuen sich der Strömmung und der gutmütigen fahrbahren Schwierigkeiten und Stufen. Canyoningfreunde kommen auf ihre Kosten, genauso wie Höhlenforscher und Speleologen. In luftiger Höhe folgen  Gleitschirmflieger dem Tal.

La Dordogne

La Dordogne

 

Besonderen Reiz bietet die Dordogne für Angler. Fliegenfischen mit all seinen Techniken, wie Trocken-, oder Nassfliege und Nymphe lockt zum Angeln auf Forelle und Äsche. In den Stauseen tummeln sich Hechte und andere Raubfische.

Besiedelt war das Gebiet um die Dordogne und ihrer Nebenflüsse bereits lange vor unserer Zeitrechnung. Im Tal der Vezere  zeugen zahlreiche Höhlen vom Leben der vorzeitlichen Menschen.

Zahlreiche Burgen, Klöster und Kirchen weisen auf die Bedeutung  im Mittelalter hin.

Heute ist die Dordogne immer noch industriell unterentwickelt und sehr bäuerlich geprägt, der größte Wirtschaftsfaktor ist die Erzeugung von Lebensmitteln.

La Dordogne

Die Dordogne gilt wegen ihres malerischen Flusstals, ihrer seit dem Mittelalter gut erhaltenen und restaurierten Dorf- und Burgpanoramen und des seichten Flusslaufes als einer der beliebtesten Wassersportregionen und Wasserwanderwege Frankreichs .

Riga, unterwegs mit dem „Minibus“

Ein preiswertes öffentliches Verkehrsmittel ist in Riga der Minibus. Von allen abgelegenen Vororten bringt er seine Passagiere für wenig Geld in die Innenstadt. Meist haben die Busse die Größe von Lieferwägen eines Stuttgarter Automobilherstellers. Ausgestattet mit 19 Sitz- und 5 Stehplätzen.

An unserer Haltestelle steigen wir in einen bereits gutbesetzten Bus ein. Auch wir müssen stehen, wie schon andere Fahrgäste. An jeder Haltestelle steigen weitere Leute ein aber nur selten jemand aus. Als wir im Zentrum von Riga ankommen sind im Bus alle Sitzplätze besetzt, im Gang drängen sich mit uns 15 Passagiere. Jeder ist froh, wenn er für beide Füße einen Platz auf dem Boden und eine Möglichkeit hat, sich mit der Hand festzuhalten.

Mit dem letzten Bus fahren wir kurz vor Mitternacht zurück. Der Fahrer kennt unsere Haltestelle nicht, obwohl sie auf seiner Strecke liegt. Durch den Hinweis eines Mitfahrers sind wir guter Hoffnung an unserem Ziel anzukommen.

Nur wenige Fahrgäste sind im Bus als der Fahrer ziemlich schnell durch die leeren Straßen brettert. In einer 2spurigen Einbahnstraße wird vor uns der Verkehr durch Warnbaken auf  auf die linke Spur geleitet. Ohne zu Bremsen fährt der Fahrer auf das Hindernis zu. Sieht er es nicht oder fährt absichtlich Geradeaus? Mit harten Schlägen prallen die Baken gegen das Fahrzeug. Ohne mit der Wimper zu zucken fährt der Wagenlenker weiter. Nur ein kurzer Blick in den Rückspiegel  ist ihm der Vorfall wert.

Ein junger Passagier führt einen für uns unverständlichen Wortwechsel mit dem Fahrer. Daraufhin biegt der Busfahrer hektisch in die nächste Querstraße ab und fährt zum Ort des Geschehens zurück. Dort steigt er rasch aus und kommt mit seinem Nummernschild in der Hand zurück. Bedenkenlos setzt er nun die Fahrt fort.

Nach kurzer Zeit wird das Fahrzeug langsamer und rollt am Straßenrand aus. Alle Fahrgäste sind entsetzt und verunsichert. Öl rinnt aus dem Motorraum auf die Straße. Eine Weiterfahrt mit diesem Wagen ist ausgeschlossen.  Zu keiner Zeit hat sich der Busfahrer um seine Fahrgäste besorgt gezeigt. Zum Glück wurde nur der Verkehr umgeleitet und hinter den Warnbaken befand sich weder eine Baustelle oder gar ein Graben.

Nun verlassen einige Fahrgäste den Bus und gehen zu Fuß weiter. Was sollen wir tun, zu unserer Haltestelle ist es noch sehr weit. Zwei russische Frauen haben ein Taxi bestellt und nehmen uns mit.

 

Litauische Speisekarten

Im nächsten Ort, nicht weit von unserem Stellplatz, soll es eine Gaststätte geben. Also los geht es. Hunger haben wir auch schon.

Das Lokal ist eine kleine Dorfkneipe und macht einen angenehmen Eindruck. Zwei Bier sind schnell bestellt. Frisch gezapft und kühl schmeckt es hervoragend. Ja, wir haben doch auch Hunger. Also, bitte die Speisekarte.

Wir schlagen die Speisekarte auf und verstehen garnichts. Natürlich ist die Speisekarte nur auf litauisch. Keine englischen oder gar deutsche Übersetzungen.

Was sollen wir bestellen? Die Wirtin versucht mit viel Worten und Gesten uns wohl ein Gericht schmackhaft zu machen. Natürlich spricht sie nicht deutsch und wir nicht litauisch. Englisch geht auch nicht. Mit einer Bekannten unterhält sie sich in russisch. Aber auch  karascho oder Schpassiba reicht bei weitem nicht. So kommen wir auch nicht weiter.

Wir sind verzweifelt. Was sollen wir bestellen. Da betritt ein weiterer Gast die Wirtschaft und setzt sich an einen Tisch neben den unsrigen. Er ist Deutscher . Er war mit einer Litauerin verheirat  und lebt hier in diesem Vorort von Klaipeda. Er kann uns die Speisekarte übersetzen.

Wir bestellen das litauische Nationalgericht, Zeppelinai. Das sind mit Fleisch gefüllte Klöße aus rohen Kartoffeln, geformt wie Zeppeline.  Schmeckt sehr gut, kann man ohne Bedenken weiter empfehlen. Nicht nur weil das Essen sehr preiswert war.

Am nächsten Tag in Klaipeda geht es schon besser. Die Speisekarte ist mehrsprachig. So fällt es uns leicht, kalte Rote Beete-Suppe und Krautwickel zu bestellen.

Das litauische Küche ist sehr traditionsbewusst, bodenständig und ländlich.

In Thüringer Wirtshäusern

Im Nebenort zu unserem Campingplatz bei Weimar wurde uns vom Campingplatzverwalter eine Gaststätte empfohlen, auf deren Speisekarte gute thüringische Hausmannskost steht. Die Wirtschaft ist gut besetzt, gerade noch können wir einen Tisch mit zwei Plätze ergattern. Die Einheimischen, die nach uns in die Gaststätte kamen, klopften zur Begrüßung auf jeden Tisch, egal ob Bekannte oder Unbekannte, Freunde oder Fremde am Tisch saßen. Über diese Willkommenskultur waren wir sehr glücklich.

Das Essen schmeckte ausgezeichnet und natürlich gab es zu den meisten Gerichten Kartoffelklöße und Rotkraut statt Nudeln oder gar Spätzle.