Heute kochen wir: Wäsche

Wenn einer eine Reise tut, dann muss er auch mal Wäsche waschen. Bei der Reise durch 10 Länder haben wir 20 unterschiedliche Waschmaschinen befüllt und bedient. Fast jede Maschine hat ein anderes Bedienfeld und ist natürlich in der  jeweiligen Landessprache beschriftet und bei jeder Wäsche besteht das Risiko, dass sie danach untragbar ist.

Nicht nur der Anfall schmutziger Wäsche  entscheidet über den Waschtag, es braucht auch eine einsatzfähige Waschmaschine und den regenfreien Tag, der das Trocknen auf der Leine ermöglicht. Es gibt aber auch noch einige weitere Hindernisse oder Erfahrungen, über die hier berichtet wird.

In Klaipeda steht die private Waschmaschine auch  den Campinggästen zur Verfügung, wenn sie nicht gerade vom Platzbesitzer belegt ist. Als seine Wäsche fertig ist führt er mich in seine Werkstatt, in der die Maschine zwischen der Werkbank und einem Regal mit reparaturbedürftigen Geräten steht. Trotz allem wurde die Wäsche „maifrisch“ und sauber.

Auf dem Camping von Captain Nemo in Jurmala befindet sich die Waschmaschine noch im Winterschlaf und wird für unsere Wäsche geputzt und ein Waschprogramm läuft ohne Wäsche durch.

Eine Blockhütte dient auf dem naturnahen Campingplatz im romantischen Gaujatal als Unterkunft für die Waschmaschine und auf der darin gespannten Leine kann die Wäsche ohne „Regen“-Aufsicht getrocknet werden.

Das Trocknen ist in Vösu trotz einiger kurzer Regenschauer völlig unproblematisch. Der Wind bläst so stark, daß die Wäscheleine gesichert werden muß. Die einzige Sorge bereitet uns der hinter dem Trockenplatz gelegene Entwässerungsgraben. Fliegen Wäschestücke davon, fallen sie vielleicht direkt in den Schlamm.

Ein enger Terminplan ist am nächsten Waschtag, der in Helsinki notwendig wird, einzuhalten. Beim Kauf der Waschmarke müssen wir den Tag und die Uhrzeit  angeben, an dem wir waschen wollen. Glücklicherweise ist nur die gewünschte Uhrzeit um 1 Stunde zu ändern und wir werden ermahnt, das Ende der Waschzeit sicher einzuhalten.

Die Waschküche in Haparanda gibt’s nur komplett: Waschmaschine, Trockner, Bügelbrett etc. steht in einem Raum mit Schlüsselgewalt für 3 Stunden zur vereinbarten Zeit. Der Kosten – Nutzen – Plan sieht vor, dass man 2 x wäscht und 1 x trocknet. Dies kann ich nur dadurch einhalten, dass ich mir den Schlüssel schon am Abend davor hole. So können wir in aller Ruhe die Bedienungsanleitung für den Trockner und die Einstellmöglichkeiten der Waschmaschine mit dem Wörterbuch übersetzen.

Dies ist  in Boviks Havsbad (Schweden) und später auch in Hellesylt (Norwegen) nicht erforderlich, die Waschmaschinen haben nur einen Knopf zum Einschalten ohne weitere Wahlmöglichkeiten.

Bis zur Ankunft auf dem Campingplatz in Aichelberg, also nahe unserer alten Heimat, ist Plan B  (Wäsche tauschen) nicht notwendig. Hier jedoch wird es kritisch. An der Rezeption gibt es morgens keine Waschmarken zu kaufen. Sie sind wohl alle im Umlauf. Erst zur Mittagszeit kommt der Chef und kann gerade mal 3 oder 4 aus der Maschine entnehmen. Deshalb müssen wir abends die immer noch feuchte Wäsche  im Keller unserer Freundin in Kirchheim aufhängen.

Diese Erfahrung hat wahrscheinlich ein holländisches Paar dazu veranlasst, eine Haushaltswäscheschleuder in ihren wirklich kleinen Wohnwagen zu packen. Wir trafen sie in Vilnius und schauen zu wie die Frau T-Shirt, Hemden etc. von Hand wäscht und der Mann die Wäsche ordentlich, schleudergerecht faltet und in die Trommel einlegt. Bügeln ist danach nicht notwendig.

Ach ja, ein Bügeleisen haben wir natürlich dabei. Aber seit wir unterwegs sind hat diese Aufgabe der Wind und eine gewisse Methode des Aufhängens erledigt. Manchmal auch erst die Körperwärme. In dieser Angelegenheit gilt: HAUPTSACHE SAUBER !

Fortsetzung folgt unter der Überschrift: Neues aus dem Waschsalon

 

 

 

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