Vösu

Weisse Nächte in Vösu

Viele Intellektuelle und Künstler aus St. Petersburg verbrachten hier Ende des 19. Jh. ihre Ferien. Aus dieser Zeit stammen noch viele schöne Holzhäuser. Hotels und Ferienheime wurden während der Sowjetzeit gebaut. Heute jedoch geht es selbst im Sommer beschaulich zu. Viele Tafeln weisen auf die Geschichte des Ortes hin. Was uns lockt ist der Lahemaa-Nationalpark mit Dünen und Wald und seinen Hochmooren. Außerdem wollen wir in Vösu die Midsommernacht feiern.

Die Küste der Halbinsel Käsmu ist reich an Findlingen in allen Größen. Als Größter ist der Vana-Jüri kivi mit einem Umfang von 22 m zu nennen. Nach estnischer Sage soll der Riese Kalevipoeg die Steine ins Meer geworfen haben.

Das Moor im Lahemaa-Nationalpark

Südöstlich von Kolga beginnt der Rundwanderweg. Über Holzbohlen führt knapp die Hälfte der Strecke durch das Viru-Moor. Vom Aussichtsturm geniesst man einen herrlichen Rundblick über das gesamte Gelände.

Vorbei an Wollgraswiesen, kleinen Birkenwäldchen und mit Ziegenbartflechten überzogenen Kiefern zieht der Weg über kleine Seen durch das Moor. Bis hin zu den alten Torfstichfeldern. Zurück zum Ausgangspunkt geht es durch den Wald.

Midsommerfeier

Nachdem wir in Sommerkleidung angekommen sind, hat das Wetter umgeschlagen, sodass wir uns für die Sonnwendfeier warm anziehen müssen. Auf einer Bühne am Strand spielt eine Kapelle zum Tanz auf. In mehreren kleinen Zelten werden Speisen und Getränke angeboten. Das eher kleine Feuer erleuchtet das Geschehen. Auch wir tanzen mit den Dorfbewohnern zur Musik der Band.

Vösu

Junge Männer des Ortes messen sich im Baumstammweitwurf. Es gilt einen Baumstamm von ca. 20 cm Durchmesser und über 2 m Länge so weit wie möglich zu werfen. Hierbei sind strenge Regeln zu beachten. Jeder Wurf wird mit großem Beifall gewürdigt. Verschiedenste Wurftechniken sind zu beobachten. Die erzielte Weite wird exakt gemessen. Am Ende des Spektakels wird der Sieger gefeiert.

Vösu

Am Tag darauf soll auch auf dem Campingplatz ein Feuer abgebrannt werden. Ein großer Reisighaufen ist aufgeschichtet. Bis wir die Feuerstelle erreichen, ist der Haufen bereits abgebrannt. Nur noch glühende Aschefelder sind übriggeblieben.

Den Midsommermarkt im Park des Ortes besuchen wir am nächsten Tag. Verschiedene, zumeist einheimische, Händler bieten ihre selbstgefertigten Waren und selbstgefangene Fische an.

Alkohol-Testy

Um unser Auto zu betanken, müssen wir zur nächsten Tankstelle weiter über Land fahren. Auf dem Weg zurück scheint sich ein Unfall ereignet zu haben. Polizeiautos stehen am Straßenrand. Der Verkehr wird durch Uniformierte geregelt. Als wir näherkommen, stellt sich der Unfall als Polizeikontrolle heraus. Auch wir müssen das Fenster öffnen, unausweichlich wird der Fahrer zu einem Alkoholtest aufgefordert. Wie erwartet fällt der Test natürlich negativ aus.

                                                                            

 

 

 

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