Valencia, otra ves

Valencia, die drittgrößte Stadt Spaniens, liegt an der Mündung des Rio Turio am Rande der Huerta und ist bekannt durch seine Orangenplantagen und den Reisanbau. Gegründet von den Römern, danach Teil des osmanischen Kalifats und zurückerobert erstmals durch El Cid im 11. Jahrhundert.

Anfahrt Freitag nachmittags im Wochenendverkehr mitten durch Valencia und über sechsspurige Straßen. Im Kreisverkehr sucht sich jeder den kürzesten Weg. An einer roten Ampel versucht ein Jongleur mit seinen Kunststücken Dineros von den Autofahrern zu ergattern. Auch wir werden durch einen leicht zu erreichenden Campingplatz belohnt. Im subtropischen Dschungel finden wir einen schönen Unterschlupf.

Der Weg in die Stadt mit öffentlichem Bus führt uns vorbei an den futuristischen Gebäuden der „Ciutat de les Arts i de les Ciències“ und am „Palau de la Musica“, Valencias berühmter Konzerthalle.

Es ist unser 2. Aufenthalt in Valencia. Vor mehreren Jahren haben wir hier ein langes Wochenende verbracht. Unser Besuch beschränkt sich dieses Mal auf das Viertel um die Markthalle.

Der Mercado Central befindet sich in einem Jugendstilgebäude aus Eisen und Glas, eröffnet 1928, und gilt bis heute als eine der größten und schönsten Markthallen Europas. An über 300 Ständen werden die Köstlichkeiten Spaniens angeboten. Beeindruckend ist das Angebot an Obst, Gemüse, Käse, Fleisch und Fisch. Den Versuchungen eines Tortillastandes können wir nicht wiederstehen. Bei einem Glas Wein genießen wir unterschiedliche Variationen.

Gegenüber der Markthalle liegt La Lonja, eine spätgotische Halle, die einst als Warenbörse diente. Groteske Wasserspeier blicken hämisch vom Dach des Gebäudes. Im Innern eine historische Wendeltreppe. Die hohe Halle im 1. Stock ziert ein Sternengewölbe, getragen von verwundenen Säulen. Je nach Blickwinkel wirkt der Steinboden unterschiedlich dreidimensional.

Ein Alabaster-Palast birgt das nationale Keramikmuseum. Neben zahlreichen prähistorischen, griechischen und römischen Keramiken sind auch moderne Exponate zu sehen.

Unseren Aufenthalt in Valencia beschließen wir mit einem (Sonn-)Tag am Meer. Wir flanieren die Allee entlang, genießen eine Paella Valenciana in der Sonne und den Rest des Tages am Strand.

 

Ein Tag in Cesaraugusta

Obwohl eine keltische Festung an der Stelle des heutigen Zaragozas lag, gab die spätere römische Siedlung Cesaraugusta der Stadt ihren Namen. Die Stadt am Ebro ist die Hauptstadt Aragóns und war 2008 Gastgeber der Expo. Zahlreiche Gebäude zeugen noch von diesem Ereignis.

Unser Interesse aber gilt der historischen Altstadt mit dem Mercado Central und den römischen  Siedlungsresten. Besonders beeindruckend war die Puente de Piedra, steinerne Brücke, die den Ebro überspannt. Ein kalter Wind pfeift uns hier entgegen. Mittag essen wir im Restaurant Imperial.  Außer uns haben keine nichtspanischen Touristen den Weg  hierher gefunden. Wolfgang geniesst Judias con Orejas (Bohneneintopf mit Schweinsohren) und Cabeza de Cordero Asado (ein halber gegrillter Lammkopf). Anita ist mit den Secretos de la Plancha (Geheimnisse vom Grill) nicht ganz zufrieden. Das Schweinefleisch ist kernig, zudem ist der Zuschnitt unbekannt.

Pilgergruppen, wohl auf dem Jacobsweg, grüßen uns mit ihrem blumengeschmückten Wanderstab nach ihrem Besuch der Basilica de Nuestra Senora de Pilar.

Der Rückweg führt uns durch enge Straßen und schmale Gässchen zu den Überresten des Römischen Theaters.

Zaragoza

Pamplona, auf den Spuren von Ernest Hemingway

Pamplona, die alte Hauptstadt von Navarra, ist bekannt für ihre Fiesta de San Fermin, die jedes Jahr Anfang Juli stattfindet. Ernest Hemingway hat in seinem ersten Roman  Fiesta  Eindrücke dieser Fiesta dargestellt. Noch heute ist diese Fiesta ein großer Anziehungspunkt. Die Stadt hat etwa 250 000 Bewohner, während der Fiesta tummeln sich über 1 000 000 Menschen auf den Plätzen und in den Gassen. Die sonst ruhige Stadt verwandelt sich dann in einen Hexenkessel.

Ein kalter Wind pfeift uns um die Ohren, als wir dem Weg des Encierro, dem Lauf der Stiere in die Arena, folgen. Er erinnert uns daran, daß es bereits November ist. In den Gassen sind die Gatter, die den Weg der Stiere begrenzen, deutlich zu sehen. Zu Zeiten der Fiesta laufen weißgekleidete Mozos den Stieren zur Arena voraus. Auch Wolfgang versucht sein Glück.

Vorbei am Hotel Perla gelangen wir letztendlich zur Stierkampfarena mit dem Denkmal zur Erinnerung an Hemingway und dem nach ihm benannten Weg.

In der Sonne, die uns am Plaza de Castillo in das Gesicht scheint, wärmen wir uns bei einem Glas Wein an den Tischen im Freien wieder auf. Ein Zieharmonikaspieler intoniert einen argentinischen Tango, was uns zum Tanzen reizt.

Enge Gassen, Arkaden, hohe Häuser mit Balkonen, Klassizismus und Jugendstil prägen das Stadtbild von Pamplona.

Hemingway war als armer Zeitungsreporter in den 1920er Jahren in Pamplona. Auch er rannte in weißer Kleidung mit einer roten Schärpe um die Hüfte den Stieren voraus. Ein Zimmer im Hotel Perla konnte er sich damals nicht leisten. Oftmals aber hielt er sich in der Lobby auf, um die hier abgestiegenen Gäste zu beobachten. Ein buntes Publikum forderte seine Aufmerksamkeit heraus: Matadores mit ihren Verehrerinnen, illustre Besucher aus allen Teilen der Welt. Erst bei späteren Besuchen wohnte auch er in diesem Hotel, aus dessen Fenstern man den Stierlauf beobachten kann. Das Zimmer 201 ist heute Museum. Weiter folgen wir Hemingway in die Bar Iruna an der Plaza de Castillo. Die letzten Arbeiten an seinem Roman vollbrachte Hemingway Jahre später in den österreichischen Alpen.

Die vereisten Scheiben unseres Autos am nächsten Morgen und die Wettervorhersage lassen uns vorzeitig in Richtung Süden fliehen.

Tallinn, die alte Hansestadt

Tallinn kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Im Jahr 1154 wurde sie erstmals schriftlich erwähnt. Der arabische Geograf Al-Idrisi fertigte im Auftrag des sizilianischen Königs eine Weltkarte an. Er nannte die Stadt Kolivan. Deutsche Kaufleute und der Schwertritterorden nannten die Stadt Reval und sorgten mit dem Beitritt zur Hanse für goldene Zeiten.

Der Name Tallinn geht auf die Dänische Besatzung im 13. Jh. zurück und bedeutet soviel wie „Festung der Dänen“ oder „Dänenstadt“. Trotz dieser wechselhaften Geschichte sind noch große Teile der Altstadt erhalten. Auch von der alten Stadtmauer zeugen heute noch zahlreiche Türme und Stadttore. Im Gegensatz zur historischen Stadt zeigt sich jenseits der Stadtmauern eine boomende europäische Metropole, große Einkaufszentren, neue Bürohäuser und Gewerbegebiete sollen auch in Zukunft das Wirtschaftswachstum sichern.

Der Domberg bietet einen umfassenden Blick über die Altstadt und die neue Metropole. Bei unseren Rundgängen ist besonders die Vielzahl der Touristen auffällig. Der Aussichtspunkt auf dem Domberg ist gerade noch fast leer, aber schnell füllt sich der Platz durch geführte Gruppen. Da die Zeit drängt werden lärmend und rücksichtslos die besten Plätze zum Fotografieren besetzt. Diese Touristengruppen prägen während unseres Besuchs das ganze Stadtbild. Durch Kreuzfahrtschiffe wie Aida und andere, die man vom Domberg aus im Hafen sehen kann, hat Tallinn seine Unschuld und Beschaulichkeit verloren/verkauft. Auch die Preise in den Restaurants sind selbst für estnische Verhältnisse sehr hoch. Werbetafeln und Bedienstete drängen die Touristen zum Besuch des bestimmten Restaurants.

 

 

Weisse Nächte in Vösu

Viele Intellektuelle und Künstler aus St. Petersburg verbrachten hier Ende des 19. Jh. ihre Ferien. Aus dieser Zeit stammen noch viele schöne Holzhäuser. Hotels und Ferienheime wurden während der Sowjetzeit gebaut. Heute jedoch geht es selbst im Sommer beschaulich zu. Viele Tafeln weisen auf die Geschichte des Ortes hin. Was uns lockt ist der Lahemaa-Nationalpark mit Dünen und Wald und seinen Hochmooren. Außerdem wollen wir in Vösu die Midsommernacht feiern.

Die Küste der Halbinsel Käsmu ist reich an Findlingen in allen Größen. Als Größter ist der Vana-Jüri kivi mit einem Umfang von 22 m zu nennen. Nach estnischer Sage soll der Riese Kalevipoeg die Steine ins Meer geworfen haben.

Das Moor im Lahemaa-Nationalpark

Südöstlich von Kolga beginnt der Rundwanderweg. Über Holzbohlen führt knapp die Hälfte der Strecke durch das Viru-Moor. Vom Aussichtsturm geniesst man einen herrlichen Rundblick über das gesamte Gelände.

Vorbei an Wollgraswiesen, kleinen Birkenwäldchen und mit Ziegenbartflechten überzogenen Kiefern zieht der Weg über kleine Seen durch das Moor. Bis hin zu den alten Torfstichfeldern. Zurück zum Ausgangspunkt geht es durch den Wald.

Midsommerfeier

Nachdem wir in Sommerkleidung angekommen sind, hat das Wetter umgeschlagen, sodass wir uns für die Sonnwendfeier warm anziehen müssen. Auf einer Bühne am Strand spielt eine Kapelle zum Tanz auf. In mehreren kleinen Zelten werden Speisen und Getränke angeboten. Das eher kleine Feuer erleuchtet das Geschehen. Auch wir tanzen mit den Dorfbewohnern zur Musik der Band.

Vösu

Junge Männer des Ortes messen sich im Baumstammweitwurf. Es gilt einen Baumstamm von ca. 20 cm Durchmesser und über 2 m Länge so weit wie möglich zu werfen. Hierbei sind strenge Regeln zu beachten. Jeder Wurf wird mit großem Beifall gewürdigt. Verschiedenste Wurftechniken sind zu beobachten. Die erzielte Weite wird exakt gemessen. Am Ende des Spektakels wird der Sieger gefeiert.

Vösu

Am Tag darauf soll auch auf dem Campingplatz ein Feuer abgebrannt werden. Ein großer Reisighaufen ist aufgeschichtet. Bis wir die Feuerstelle erreichen, ist der Haufen bereits abgebrannt. Nur noch glühende Aschefelder sind übriggeblieben.

Den Midsommermarkt im Park des Ortes besuchen wir am nächsten Tag. Verschiedene, zumeist einheimische, Händler bieten ihre selbstgefertigten Waren und selbstgefangene Fische an.

Alkohol-Testy

Um unser Auto zu betanken, müssen wir zur nächsten Tankstelle weiter über Land fahren. Auf dem Weg zurück scheint sich ein Unfall ereignet zu haben. Polizeiautos stehen am Straßenrand. Der Verkehr wird durch Uniformierte geregelt. Als wir näherkommen, stellt sich der Unfall als Polizeikontrolle heraus. Auch wir müssen das Fenster öffnen, unausweichlich wird der Fahrer zu einem Alkoholtest aufgefordert. Wie erwartet fällt der Test natürlich negativ aus.

                                                                            

 

 

 

Haapsalu, ein Bahnhof für den Zar

Ein imposanter Bahnhof und ein großes Naturschutzgebiet locken uns nach Haapsalu.

Heilschlamm, Meerwasser und frische Seeluft haben auch Haapsalu zu einem bekannten Badeort Estlands gemacht. Noble Gäste aus ganz Europa reisten hier zur Kur an. Darunter auch Peter Tschaikowski und die russische Zarenfamilie. Auf Betreiben von Zar Nikolaus 2. wurde 1905 die Eisenbahnlinie von Tallinn nach Haapsalu gebaut. Zum Besuch des Zars wurde der prachtvolle Bahnhof aus Holz errichtet. Mit 216 m war es damals der längste, überdachte Bahnsteig Europas. Eine raffinierte akustische Animation vermittelt den Eindruck eines einfahrenden Zuges.

Und natürlich auch hier überragen die Ruinen einer stattlichen Bischofsburg die malerische Altstadt. Enge Gassen, Parks und Alleen mit buntgestrichenen Holzhäusern bestimmen den nostalgischen Charme der Stadt.

Haapsalu

Das südliche Estland ist auch bekannt für seine reiche Fauna und Flora. Hier gibt es zahlreiche Adlerhorste und andere Nistplätze selten gewordener Vögel. Von einem Aussichtsturm können wir verschiedene Vögel der salzigen Wiesen beobachten.

Im nahe gelegenen Dorf essen wir zu Mittag. Die Wirtin ist etwas bestürzt, hat Sie doch nur die Speisen auf einer Tafel an der Wand stehen. Natürlich in estisch. Ein freundlicher Gast hilft uns mit einer Empfehlung weiter. Wir freuen uns über den Vorschlag und geniessen das gute Essen.

Nachmittags besuchen wir das Informationszentrum im Gutshaus Penijöe und unterhalten uns mit einer deutschsprachigen Beschäftigten über den Tierreichtum und die Einzigartigkeit dieser Landschaft. Leider sind wir außerhalb aller Brut- und Zugzeiten hier, sodass nur wenige Vögel zu beobachten sind.

Diesen Tag beschliessen wir mit einem Bad im Meer. Die grüne Flagge bedeutet nicht nur, dass die Wasserqualität gut ist, sondern auch, dass die Wassertemperatur mindestens 17° C beträgt.

Gernika, lebendiges Mahnmal

Gernika ist heute wieder eine Kleinstadt, mitten im Baskenland. Auffallend ruhig, ohne das sonst übliche Stimmengewirr. Unter Arkaden und in engen Gassen sitzen ältere Frauen in Straßencafes und trinken gemeinsam Kaffee oder auch ein Glas Wein.

Für die Basken hat diese Stadt große Bedeutung. Jahrhundertelang trafen sich hier die Landesherren unter einer Eiche zu Versammlungen. Die Volksfrontregierung ernannte deshalb Gernika zur Hauptstadt des autonomen Baskenlandes.

Gernika

Am 26. April 1937 bombardierte die faschistische, deutsche Legion Condor mit Unterstützung italienischer Kräfte im Auftrag General Francos die Stadt. Im ersten Flächenbombardement der Geschichte wurde der Ort innerhalb von 3 Stunden dem Erdboden gleichgemacht. Flüchtende Bewohner: Männer,  Frauen, Kinder und Greise wurden von Maschinengewehrsalven zerfetzt. Für die deutsche Luftwaffe war Gernika ein gefundenes Übungsfeld. Mehr als 29 Tonnen Bomben wurden auf die Stadt abgeworfen. Über die Zahl der Opfer gibt es keine Übereinstimmung. Die Baskische Regierung meldete über 1600 Tote und 900 Verletzte. Die Faschistischen Angreifer bestritten natürlich diese Zahl und wiesen weitaus weniger Opfer aus. In der Stadt lebten zu dieser Zeit etwa 6000 Einwohner. Dazu kamen noch Flüchtlinge, die vor den nahenden Franco-Truppen flohen.

Die deutsche Legion Condor hatte im April 1937 5.000 Soldaten in Spanien im Einsatz. Zum Ende des Bürgerkriegs waren es über 15.000. Außer Gernika wurden noch weitere Städte und strategische Ziele bombardiert, auch die Stadt Carthagena.

Die Bombardierung veranlasste Picasso zu seinem anklagenden Gemälde, das die Todesangst der Opfer zeigt. Und in Gernika weist heute ein Mahnmal auf die verbrecherische Bombardierung hin.

In der Casa de Juntas versammelte sich 1979 das Parlament der Provinz Vizcaya erstmals. Ein Buntglasfenster stellt Baskische Bürger und die Eiche von Gernika dar. Nebenan im Europapark sind Skulpturen des Friedens von Henry Moore und Eduardo Chillida zu sehen. Von der Eiche ist nur noch ein Teil des Stammes vorhanden, der geschützt in einem Pavillon steht.

Am Mahnmal der Bombardierung legen wir Blumen nieder. Zum Gedenken an die Opfer und getreu der antifaschistischen Tradition:

Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

Gernika

Viele europäische Städte solidarisieren sich heute mit dem kleinen baskischen Ort und weisen sich als Partnerstadt aus. Unter Anderen auch Pforzheim.

Richtig ist, auch Pforzheim wurde, wie andere deutsche Städte,  zum Ende des 2. Weltkrieges stark bombardiert. Natürlich wurde dabei auch die Zivilbevölkerung betroffen und zahlreiche Opfer sind zu beklagen. Auch Pforzheim gedenkt jedes Jahr der Bombardierung. Allerdings darf die Zerstörung durch Angriffe der Alliierten nicht mit den Bombardements der Legion Condor verglichen werden.  Sonst werden Opfer und Täter, Ursache und Wirkung  vergessen. Aber in Pforzheim entwickelt sich eine neue Gedenkkultur, die auch die Ursachen der Bombardierung mit einbezieht.

Gernika

Agonía de Fuego

„Mahnmal zur Erinnerung an die grausame Bombardierung von Gernika am 26.April 1937

Ein Bündel scharfkantiger Flächen formte das Antlitz des Todes, der vom Himmel auf uns niederging“

Kurzentschlossen auf die Insel

Als einer der letzten Fahrgäste dürfen wir auf die Fähre nach Saaremaa, die größte Insel Estlands. Saaremaa ist nur dünn besiedelt, die einzige Stadt ist Kuressaare. Ansonsten nur kleine Dörfer und Einzelgehöfte. Die Südküste ist flach und in zahlreiche kleine Buchten gegliedert. Etwa die Hälfte der Insel ist bedeckt mit Birken-, Kiefernwäldern und Wacholderheiden. Der Rest sind Moore, Wiesen und Äcker. Der höchste Punkt liegt im Westen und ragt gerademal 54 m aus dem Meer.

Saaremaa

Wie enttäuscht sind wir, als wir in Kuressaare ankommen. Der Campingplatz ist nur ein mit einer Kette abgegrenzter Teil des Parkplatzes eines Supermarkts neben einem Wellness-Hotel. Zum Geschirrspülen und Duschen und für weitere Bedürfnisse können die Sanitären Anlagen des Hotels benutzt werden. Zu späterer Stunde erlaubt der Nachtportier, daß man auch in der Lobby-Bar sein Geschirr spülen darf.

Saaremaa

Zur Stadtbesichtigung machen wir uns gleich auf den Weg. Kuressaare umgibt eine Bischofsburg, die zu den bedeutendsten Bauwerken des gesamten Baltikums zählt. Ihr viereckiger Grundriss mit den über 20 m hohen, fensterlosen Mauern erzeugt den Eindruck von Uneinnehmbarkeit. Die geometrische, spätgotische Architektur verleiht ihr eine strenge Schönheit. Über dem Haupteingang hängt eine mächtige, mit Ketten befestigte Falltür, die bei einem Angriff das Tor verschließt.

Die Wälle und Gräben der Ordensburg bilden heute einen Park, an den sich die Altstadt mit schönen Holzhäusern anschließt. Gegenüber der Burg steht das ehemalige Kurhaus, ein reich verzierter Jugendstil-Holzbau. Auch Kuressaare war bekannt für Behandlungen mit Heilschlamm. Im Restaurant des alten Kurhauses essen wir zu Abend.

Am nächsten Tag erkunden wir die Insel. Auf der Suche nach einem uralten Eichenwald entdecken wir einen Friedhof der Roten Armee.

Saaremaa

Eine weitere Besonderheit Saaremaas sind Windmühlen, von den früher über 800 betrieben wurden. Auf einem Hügel beim Dorf Angla stehen die einzigen, noch erhaltenen, typischen Bockwindmühlen der Gegend sowie eine aus Holland.

Zum Abschluß unseres Ausflugs bestaunen wir den kreisrunden Krater, der den Einschlag eines 80 t schweren Meteoriten markiert.

Saaremaa

Am Abend starten wir zu einem weiteren Rundgang durch die Stadt. An der Promenade zum Jachthafen sehen wir eine Skulptur von Suur Töll und Piret, den mythischen Sagenhelden der Insel. Unser Ziel ist aber eine zum Restaurant ausgebaute holländische Windmühle. Dort laben wir uns an einer gegrillten Schweinshaxe und erfrischendem Bier vom Faß.